Microsoft stellt Windows XP ein

Microsoft erinnert an das Ende des Vista-Vorgängers

Windows XP verschwindet aus den Regalen – aber nur fast

Am 30.06.2008 endete der Verkauf von Windows XP als Boxed-Produkt für den Einzelhandel. Auch Hardware-Hersteller bekommen ab diesem Termin keine Lizenzen mehr. Lediglich s.g. System Builder haben eine Gnadenfrist von sieben Monaten – und die wollen sie nutzen.

Seit 18 Monaten ist Windows Vista auf dem Markt. Laut Microsoft waren bis Mai mehr als 140 Millionen Lizenzen abgesetzt, für den Softwarehersteller offiziell ein Erfolg, obwohl Microsoft-Chef Steve Ballmer intern mehr Anstrengungen anmahnt, den Absatz zu steigern.

Ganz andere Stimmen sind im Handel zu hören: demnach halten viele Unternehmenskunden noch an Windows XP fest und weigern sich, auf den Nachfolger zu wechseln. Business-PC werden deshalb häufig noch mit dem Vista-Vorläufer angeboten. Doch dieser Kanal soll langsam trockengelegt werden.

Für jedes Microsoft-Produkt gibt es einen festgelegten »Lebenszyklus«. Mindestens fünf Jahre läuft die Phase des »Mainstream Supports«, in der Regel bis ein Jahr nach Erscheinen des Nachfolgeproduktes.

Rückzug mit Hindernissen

Ursprünglich sollte deshalb die Auslieferung von Windows XP bereits Anfang des Jahres gestoppt werden. Da jedoch wichtige Verbesserungen des Nachfolgers Windows Vista, die mit dem Service Pack 1 erscheinen sollten, erst im März 2008 bereitgestellt werden konnten und mancher PC-Hersteller zudem damit drohte, weniger leistungsfähige Maschinen mit Linux statt Windows auszuliefern, hatte Microsoft die Frist bis zum 30. Juni 2008 verlängert. Danach gibt es für den Einzelhandel und die Hardwarehersteller keine Möglichkeit mehr, von Microsoft neue Windows-XP-Lizenzen zu kaufen.

Aber keine Regel ohne Ausnahme: sogenannte »System Builder«, das sind kleinere PC-Hersteller, dürfen noch bis 31. Januar 2009 Windows XP-Lizenzen beziehen und ihre Systeme mit diesem Betriebssystem verkaufen. Die werden ihre Chance nutzen, die »Vista-Verweigerer« gezielt anzusprechen, solange sie XP noch anbieten können.

Eine weitere Möglichkeit, dem drohenden Aus von Windows XP entgegenzutreten, nutzt unter anderem Fujitsu Siemens Computers. Fujitsu Siemens Computers liefert Rechner mit einer Vista-Business-Lizenz (VB), installiert ist jedoch auf Wunsch Windows XP Professional (XPP). Das ist zulässig im Rahmen des Vista-Downgrade-Rechts. Einzige Einschränkung: der Kunde muss in dem Netzwerk, in dem diese PCs eingesetzt werden soll, noch mindestens einen Rechner mit Windows XP in Betrieb haben und ein »originales Windows-XP-Wiederherstellungsmedium besitzen«, so die Microsoft-Lizenzbestimmungen. Für die meisten Geschäftskunden also kein Problem.

Trotzdem sollten sich auch Business-Kunden langsam mit dem Wechsel auf Windows Vista befassen. Denn Microsoft schränkt auch den Support für Windows XP ein. Der Mainstream Support endet am 14. April 2009. Danach wird es zwar weiterhin Sicherheitsupdates geben, darüber hinausgehende Support-Anfragen an Microsoft sind danach aber kostenpflichtig. Nach dem 9. April 2014 gibt es keine Sicherheitsupdates mehr. Support gibt es von Microsoft danach nur noch online oder kostenpflichtig von Microsoft-Partnern.
Quelle: It-Business.de

 
 
 
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